Maschinenringe Deutschland GmbH

Zuwachs an Erneuerbaren Energien wirkt sich auf den Strompreis aus

Datum: Mittwoch, 15. Dezember 2010

Installierte Photovoltaikleistung

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen die Prognose der zu erwartenden Einspeisung aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und somit auch die neue EEG-Umlage für das Jahr 2011.

Zuwachs an Erneuerbaren Energien wirkt sich auf den Strompreis aus

Die EEG-Umlage ist, wie auch die Stromsteuer und Konzessionsabgabe, Bestandteil des so genannten Stromarbeitspreises, der je verbrauchter Kilowattstunde Strom berechnet wird. Seit 15. Oktober 2010 steht fest, dass die EEG-Umlage für das Jahr 2011 bei 3,530 Cent zzgl. Mehrwertsteuer je Kilowattstunde liegt und somit im Vergleich zum Vorjahr um 1,483 Cent netto je Kilowattstunde gestiegen ist.

EEG-Umlage dient der Förderung von regenerativen Energiequellen.

 
Um den Ausbau von regenerativen Energiequellen anzuschieben, wurde im Jahr 2000 die Förderung von erneuerbaren Energien im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt. Unter anderem ist darin geregelt, dass beispielsweise Betreiber von Windparks oder auch von Photovoltaikanlagen festgeschriebene Vergütungssätze für den aus diesen Anlagen erzeugten Strom erhalten. Da jedoch der Bau und Betrieb von Kraftwerken zur Erzeugung von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse derzeit noch sehr kostenintensiv, und der Marktpreis für den erzeugten Strom deutlich unter den Erzeugungskosten liegt, ist die festgelegte Vergütung entsprechend höher. Schließlich verfolgt man das Ziel bis zum Jahr 2050 achtzig Prozent der benötigten Energie durch erneuerbare Energien abzudecken.
 
Wer berechnet die Höhe der EEG-Umlage?
 
Die Berechnung der Umlagehöhe ermitteln unabhängige Gutachter im Auftrag der deutschen Betreiber der überregionalen Stromnetze, die so genannten Übertragungsnetzbetreiber (50 Hertz, Amprion, EnBW, Tennet) auf Basis klarer Vorgaben des Gesetzgebers. Die Übertragungsnetzbetreiber sind verpflichtet, den prognostizierten EEG-Strom aufzunehmen und direkt an der Börse zu vermarkten. Die Differenz aus diesen Vermarktungserlösen und den Vergütungszahlungen an die Anlagenbetreiber sowie die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben aus der zurückliegenden EEG-Abwicklung sind die wesentlichen Bestandteile der EEG-Umlage.
 
Wo geht es hin?
 
Weil in den letzten Jahren immer mehr Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien gebaut worden sind, steigen die Gesamtkosten für die Einspeisung und somit die EEG-Umlage stetig an. Allein für das Jahr 2011 wird erneut ein deutlicher Anstieg an Anlagen zur Erzeugung von regenerativer Energie prognostiziert. Von Januar bis August 2010 wurden laut Bundesnetzagentur 4,9 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Im Vergleich dazu betrug der Zuwachs 3,8 Gigawatt im Jahr 2009.
Eines steht fest - die Kosten für den Ausbau von regenerativen Energiequellen sind hoch und kurzfristig betrachtet könnte man denken, dass der Stromverbraucher davon keine Vorteile hat, nur steigende Strompreise. Andererseits könnten für uns Faktoren, die durch den weiteren Ausbau gehemmt werden, wie der Klimawandel oder die steigende Abhängigkeit von Rohstoffimporten, langfristig gesehen noch teurer werden.